NEWS

Von Mai - September sind wir wieder bei Sport im Park in Stuttgart dabei!

 

Montags von 18 - 19 Uhr Functional Fitness und von 19 - 20 Uhr Capoeira im Schlosspark neben Café Nil

 

Mittwochs von 18 - 19 Uhr Functional Fitness und von 19 - 20 Uhr Capoeira am Südheimer Platz

Unsere nächsten Workshops:

 

27.07. - 30.07. Capoeira Sommer Camp in Ungarn am Balaton

 

Jogos Visegrad in Budapest vom

13.10. - 15.10.17

 

Deutsche Capoeira Meisterschaften

vom 20.10. - 22.10.17 in Stuttgart

 

Associação Brasileira de Apoio e Desenvolvimento da Arte Capoeira
(Brasilianischer Verein zur Unterstützung und Entwicklung der Kunst Capoeira)

Philosophie
Die Organisation Abada-Capoeira wurde 1988 in Rio de Janeiro von Mestre Camisa gegründet. Mestre Camisa (José Tadeu Carneiro Cardoso) entwickelte seine eigene Trainingsphilosophie und Methodik, indem er den innovativen Konzepten seines Meisters, dem berühmten Mestre Bimba, folgte und sie weiterentwickelte.
Abadá-Capoeira steht an erster Stelle einer neueren Bewegung in der Capoeira, die vermeintlich unterschiedlichen Stile "Regional" und "Angola" zu kombinieren, wieder zusammenzuführen und weiterzuentwickeln.
Seine Vision für Abadá-Capoeira war eine Organisation, die sowohl zukunftsorientiert als auch traditionsbewusst arbeitet. Ein Grundsatz der Abadá-Capoeira ist es, die Capoeira zu verbessern, sie zu verbreiten und sie zu einer weltweit angesehenen Kunst zu machen, ohne dabei den ursprünglichen Charakter der Capoeira zu vergessen. Durch die Arbeit mit allen Gesellschaftsschichten dient Abadá-Capoeira ausserdem der sozialen Integration und der persönlichen Befreiung. Das Training soll die Schüler dieser Kunst fordern und anspornen, sie aber auch in ihrer Persönlichkeit, Selbstbewusstsein und Führungsstärke festigen. Abadá Capoeira schult physische und psychische Stärke.
Der Verein hat weltweit ca. 45.000 Mitglieder und ist z.Zt. die größte Capoeiravereinigung auf der Welt mit Mitgliedern in über 35 Ländern.

Mestre Camisa

José Tadeu Carneiro Cardoso


Der erste Kontakt mit Capoeira....

„Im Landesinneren in Bahia habe ich immer Menschen gesehen, die verschiedene Bewegungen gemacht haben, Tritte, gespielt haben, ganz spontan, ohne Berimbau. Später ging mein Bruder Camisa Roxa nach Salvador studieren.
Als er zurück kam, zeigte er uns die Capoeira Techniken die er von Mestre Bimba erlernte. Diese erlernten Bewegungen reichten aus um mit unseren Cousines zu spielen und unser Interesse an der Capoeira zu steigern. Zudem hatten die Älteren der Region immer Geschichten über Capoeiristas zu erzählen: einer, der gleich gegen 3 oder 4 käpfte, andere die einen …...........“(..)“ Zu dieser Zeit trug jeder ein Messer am Gurt, ich mochte es, den älteren dabei zu zusehen, wie sie die Technik zeigten, wie man die Messer benutzte.“(...)“Wenn Sie an einen Ort des Respektes kamen, wie z.B. in die Kirche, nahmen Sie Ihre Hüte vom Kopf, nahmen Ihre Messer raus und liesen diese am Eingang zurück.“

Von der Farm Estiva bis nach Salvador...

„Unsere Familie hatte eine kleine Farm namens Estiva, wo wir zusammen lebten, im Landesinneren von Bahia, in der Gemeinde Jacobina. In Jacobina gab es nur eine Gesamtschulen bis zum Abitur. Die älteren gingen nach Abschluss der Schule immer nach Salvador. Mein Vater verhalf mir früher nach Salvador, vielleicht weil er darauf hoffte, dass ich nach dem Studium die Farm weiter führe. Nach seinem Tod zogen wir alle nach Lapinha in Salvador....“

Die Straßenrodas auf den Volksfesten

(...)“In Salvador mochte ich es auf die berühmten Feste zu gehen, mir die Straßenrodas anzuschauen und natürlich auch mitzumachen.“(..)“Ich spielte immer öfter in den Rodas von Mestre Valdemar in Liberdade (Pero Vaz)“(..)“Camisa Roxa traf mich Mitternachts in einer Roda, in der ich Capoeira spielte, und fand dass dies sehr gefährlich sei für einen 12jährigen Jungen. Im Gespräch mit meiner Mutter, wies er auf die Gefahren der Situation hin, sie aber verbot mir nicht wirklich Capoeira zu trainieren, vielleicht weil ich auch nicht schlecht in der Schule war, im gegenteil, sie befürwortete meine Einschreibung in die Academia von Mestre Bimba. Was sie aber nicht wusste, dass wenn man mal eingeschrieben ist in die Academia, konnte man beides tun, abends in der Academia trainieren und tagsüber in den Straßenrodas der Feste spielen...“

Die Academia von Mestre Bimba

(...)“Das erste Mal ging ich mit meinem Bruder zur Academia von Metsre Bimba, erstmals nur als Besucher, weil wir noch auf unserer Farm wohnten. Ich beobachtete ganz genau den Unterricht, danach, als mich mein Bruder zurück in seine Wohnung brachte um an die Uni zu gehen, räumte ich die Möbel aus dem weg und versuchte alles nachzumachen.“(..)“Schon eingeschrieben trainierte ich mit viel lob, wurde von einem Schüler namens Calango getauft und nach ca. einem Jahr war ich schon ein formierter Schüler von Mestre Bimba...“(..)“Ich lernte viel von Mestre Bimba aus unseren Unterhaltungen, er war schon ein alter Mann und nutzte nicht mehr seinen Körper zur Demonstration.“(..)“Mestre Bimba übermittelte uns viel Energie in seinem Unterricht, was das erlernen vereinfachte“(...)“Die Academia hatte die Form eines Quadrates, zu den Rodas setzten sich seine Schüler auf die Bank und er spielte seine Berimbau ohne jegliche Begleitung“

Die Ankunft in Rio

(...)“Zu dieser Zeit war schon bekannt, dass Mestre Bimba nach Goiania gehen würde, während mein Bruder eine Tournee durch Brasilien mit seiner Folkloregruppe Olodum Maré vorbereitete. Ich schauten immer bei den Proben der Gruppe zu, und entschloss die Tournee für ein Jahr zu begleiten.“ (...)“War Teil verschiedener Auftritte, vermehrt jedoch der, der Capoeira.“(...)“Als die Reise los ging, hatte ich schon die Intuität nicht mehr nach Salvador zurück zu kehren. In allen Städten, in denen wir auftraten, suchte ich nach den Möglichkeiten, dort zu wohnen.“(..)“In Rio de Janeiro waren wir drei Monate und danach ging die Schow mit dem Name Brasil Tropical nach Europa.“(..)“Die Stadt hielt mich gefangen, ich identifiziete mich mit dem Samba, den Sambaschulen, den Hügeln, das soziale Leben und der Kultur.“(...)“ich konnte die Gruppe nicht nach Europa begleiten, ich musste ja wieder zurück nach Slavador, um zu studieren“(..)“das Schiff legte ab nach Europa und ich schaute vom Kai aus zu, mit nur meinem Ticket zurück nach Salvador und ein bisschen Kleingeld, dass ein paar Übernachtungen wert war. Ich zerriss das Ticket und vertraute meinem Traum Capoeira zu Unterrichten...“

Von der Capoeira leben...

(..)“mein erster Schüler war ein Gaúcho aus Pelotas, der einer unserer Shows Olodum Maré in Porto Alegre gesehen hatte und in Rio auf der Straße eine Plakette mit Capoeira Unterricht gesehen hatte.“(..)“Später kamen dann andere wie Cláudio Moreno“(..)“Ich fing an, Capoeira mit Mestre Bimbas Metohde zu unterrichten, später merkte ich dass was fehlte, mehr Bewegung, Begeisterung oder so, also fing ich an, einige Dinge mit in die Methode Mestre Bimbas einzubauen um den Moment und die Umstände anzupassen.“(..)“Zu dieser Zeit fühlte ich mich sehr einsam, abends hörte ich Musik, mit Texten über meine Heimat Bahia in meinem Zimmer, und weinte. An den Wochenenden und an den Feiertagen hatte ich nichts zu tun und so wurde meine Sehnsucht immer größer. Diese Tage wollten nicht vorrüber gehen, so begann ich auch an den Wochenenden zu unterrichten, um mich weniger alleine zu fühlen.“

Die Gründung von ABADÁ Capoeira

(..)“Die Idee von ABADÁ kam mir zu dieser schwierigen Zeit, die ich am Anfang hatte. Das Fehlen einer Struktur um zu unterrichten, um ein Dokument auszustellen, um eine bleibe zu finden, von Disskusionen über die Capoeira Technik, Vostellung und Graduierung, aber ich glaube hauptsächlich um eine familäre Struktur all den Personen zu geben, die Ihre Familien und Städte zurück gelassen haben, um für die Capoeira zu leben. Vielleicht weil ich das alles durchgemacht habe, wendete ich mich an die Schüler die in Rio und in anderen Staaten unterrichteten, um eine Vereinigung zu gründen, die uns Capoeiristas in einer Struktur helfen sollte.“(..)“Die Suche nach einem Namen dauerte, weil wir erstmal zusammenfassen mussten was für eine Vereinigung wir wollten und gleichzeitig musste sie eine grundlegende Beziehung zur Capoeira haben.“

 



Grao Mestre Camisa Roxa

Edvalo Carneiro e Silva,...


...Camisa Roxa war zu seiner Zeit der beste Schüler Mestre Bimbas.
Ein Rat, zusammengesetzt aus Mestres der Capoeira verlieh im den Titel “Grão- Mestre” (Großmeister) von Abadá-Capoeira .
Seine funktion besteht in der Orientierung und der Beratung, sein Titel ist der höchste in der ABADÁ Capoeira.

Als Capoerista machte er die Capoeira weltweit bekannt und reiste in mehr als 50 Länder, um die Capoeira als festen Bestandteil der brasilianischen Kunst und Kultur zu präsentieren. Aktuell lebt er in Österreich und koordieniert den Kern der ABADÁ Capoeira in Europa und organisiert die Jogos Europeus, die Europameisterschaften der Capoeira.

 



Das Graduationssystem


Wie auch bei anderen Kampfsportarten, gibt es auch in der Capoeira ein Graduationssystem. Bei Eintritt erhält ein trainierender Schüler die „corda crua“ (farblose Kordel).
Die erste farbige Kordel wird normalerweise einmal jährlich im Rahmen einer feierlichen Zeremonie, der Batizado (sinngemäß: „Feuertaufe“) verliehen. Hier bekommt der Schüler auch seinen Capoeira-Spitznamen/Kriegernamen „Apelido“.
Für bereits graduierte Schüler heißt es dann nur noch „Troca de Cordas“, da sie ihre Kordeln nur noch wechseln. Es steht vorher schon fest, wer welche Kordel bekommt, lediglich zur Demonstration der eigenen Fähigkeiten wird dies nochmals in unterschiedlich anspruchsvollen Spielen in der Roda überprüft.
Das Graduierungssystem der ABADÁ Capoeira symbolisiert unterschiedliche Charakteristiken natürlicher Elemente. In ihrer aufsteigenden Hierarchie vereinen sie Elemente aus der Welt der Pflanzen, Tiere und Mineralien.

Corda crua – Farblos
Die ungefärbte Kordel ist dazu da die Hose zu tragen. Um bei der Batizado aufzusteigen muss man die Corda crua haben.

Corda Crua-amarela – Farblos/Gelb
Der Schüler wird in die Gruppe aufgenommen und erhält einen eigenen Capoeiranamen, der ihn charakterisiert

Corda amarela – Gelb
Die gelbe Kordel steht für das Gold, was für die Wertschätzung des Lernprozesses steht
gelb-orange = Transformation


Corda laranja - Orange
Die orangene Kordel steht für das Bewusstsein für die Kontinuität des Lernens, symbolisiert die Sonne
orange-blau = Transformation

Corda azul – Blau
Die blaue Kordel repräsentiert das Meer und steht für das Bewusstsein für den weiten Weg der noch vor dem jetzt graduierten Schüler steht
blau-grün = Transformation

Corda verde – Grün
Die grüne Kordel repräsentiert den Wald, die Lunge der Erde und die Festigung des Erlenten
grün-lila = Transformation

Corda roxa – Lila (Instrutor)
Die lila Kordel steht für den Amethyst, seine Reflektion der Kontinuität in der Capoeira. Auf dieser Ebende muss gelernt werden physisch und psychisch Schmerzen und Hindernisse zu überwinden, auf der Suche nach dem Wissen der Capoeira und trägt die Philosophie der Gruppe
lila-braun = Transformation

Corda marrom – Braun (Professor)
Die braune Kordel steht für das Camäleon, das Wappentier von ABADÁ, das sich nur verändert um seine Essenz zu erhalten und repräsentiert den Stil. Auf dieser Grundlage entstehen die zukünftigen Mestrandos, Mestres und Grao Mestres
braun-rot = Transformation

Corda vermelha – Rot (Mestrando)
Die rote Kordel steht für den Rubin und die Gerechtigkeit. Die Arbeit in der Capoeira ist mit Verantwortung und Gerechtigkeit zu verrichten

Corda vermelha/branca – Rot/Weiss (Mestre)
Das Weiß symbolisiert den Diamanten, das Mineral, welches alle anderen Farben widerspiegelt. Er ist der härteste und widerstandsfähigste Stein. Weiß vereint alle Farben in sich. Durch Weisheit, Geduld, Menschlichkeit, Loyalität und Zielstrebigkeit werden unsere Philosophie, Traditionen und Grundlagen aufrechterhalten.

Corda branca – Weiss (Grao Mestre)
In unserer Gruppe gibt es zwei Großmeister. Alle Eigenschaften sind in diesen Personen konzentriert, die die größte Verantwortung für die Entwicklung der Gruppe tragen.